Mundgeruch muss nicht sein

 

Mundgeruch muss nicht sein.


"Hast du einen Kaugummi?" Diese Frage hat wohl jeder nach dem Essen schon gestellt. Vor allem nach dem Genuss von  Kaffee, Gummibärchen, Knoblauch, Fisch oder Alkohol hat man oft einen unangenehmen Geschmack im Mund. Doch wenn kein Kaugummi zur Hand ist? Kein Problem. Eine Ernährungsexpertin verrät, welche fünf Lebensmittel erste Hilfe bei peinlichem Mundgeruch leisten.

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Ungefähr 25 Prozent der Bevölkerung leiden unter Mundgeruch, so die Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). In den meisten Fällen sind Bakterien, die sich auf dem Zahnbelag ansiedeln, schuld an den Ausdünstungen. Denn sie produzieren die unangenehm riechenden Verbindungen wie beispielsweise Schwefelverbindungen.

Weißer Joghurt beugt Mundgeruch vor

Doch nicht immer ist eine Zahnbürste zur Hand, um den schalen Geschmack im Mund wieder loszuwerden. Genau für diesen Fall nennt Diplom-Ökotrophologin Brigitte Neumann Lebensmittel, die den Atem wieder erfrischen. „Regelmäßig Joghurt zu essen, kann helfen“, rät sie. "Die positive Wirkung des Joghurts ist auf die Milchsäurebakterien zurückzuführen. Sie verhindern in der Milch, dass diese verdirbt, indem sie Fäulnis- und Verwesungsbakterien in Schach halten. Das funktioniert auch im Mund."

Allerdings sollte man weißen Joghurt ohne zugesetzten Zucker essen. Denn dieser regt das Bakterienwachstum im Mund an und somit auch die Bildung von Schwefelverbindungen.

Immer einen Apfel in der Tasche haben

Säure sei generell gut gegen Mundgeruch, ist sich die Ernährungsexpertin sicher und empfiehlt auch Äpfel. Wer einen Apfel in seiner Tasche hat, hat im Notfall einen guten Helfer zu Hand. Allerdings kann der Apfel nicht das Zähneputzen ersetzen. Er sorgt lediglich für einen frischeren Atem.

Heiße Zitrone verscheucht Fäulnisbakterien

Auch Zitronen bekämpfen das Bakterienwachstum und damit den Mundgeruch. Da die Zitrusfrucht pur viel zu sauer schmeckt, kann man sich eine heiße Zitrone zubereiten: Dafür die Frucht auspressen und den Saft mit warmem Wasser aufgießen. Viele Restaurants bieten das Heißgetränk auf ihrer Getränkekarte an. Wenn nicht, lohnt es sich, freundlich nachzufragen, ob das Getränk für einen zubereitet werden kann.

Petersilie und Dill vertreiben Mundgeruch

Die Kraft von Kräutern ist bei Mundgeruch ebenfalls nicht zu unterschätzen: "Petersilie, Fenchel, Dill und Zitronenmelisse enthalten den Wirkstoff Apiol", erklärt Neumann. "Dabei handelt es sich um ein Pflanzenöl, das Gerüche binden kann."

Salbei desinfiziert und sorgt für frischen Atem

Salbei, Wachholderbeeren und Ingwer hingegen sind aufgrund ihrer desinfizierenden Wirkung zu empfehlen. Dadurch werden die geruchsbildenden Bakterien in Schach gehalten und der Atem ist wieder frisch.

Gute Zahnpflege ist das Wichtigste

Der beste Schutz vor üblem Atem ist nach wie vor eine gute Zahnpflege, bei der auch Zahnseide und ein Zungenreiniger nicht fehlen dürfen. Wer trotz guter Mundhygiene immer wieder unter Mundgeruch leidet, sollte genauer nachforschen. Auch eine Entzündung des Zahnfleisches kann üblen Atem verursachen. "Doch Mundgeruch kommt nicht immer direkt aus der Mundhöhle, sondern häufig aus dem Magen", sagt Neumann. So kann es auch sein, dass eine Magenentzündungen oder eine andere Erkrankung hinter dem schlechten Atem steckt.

Fast jeder wurde schon mal Opfer von Mundgeruch. Oft bemerkt man es gar nicht – oder wird erst darauf aufmerksam, wenn es bereits zu spät ist und man so ziemlich jeden in seiner Umgebung mit seinem schlechten Atem in die Flucht geschlagen hat. Mit den richtigen Hausmitteln, und natürlich regelmäßigem Zähneputzen, kann man Mundgeruch jedoch den Garaus machen – oder ihm sogar vorbeugen!

 

5 Strategien gegen Mundgeruch

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1. Viel Wasser trinken!

Klingt simpel, doch eines der besten Mittel gegen Mundgeruch ist herkömmliches Wasser, eine trockene Mundhöhle verschlimmert nämlich den schlechten Atem. Woran das liegt? Wird zu wenig Speichel produziert, werden Speisereste im Mund nicht ausreichend weggespült – und infolgedessen verbreiten sich fiese Bakterien, die wiederum den Atem faulig werden lassen. Wer stets viel Flüssigkeit zu sich nimmt (vor allem vor und nach Mahlzeiten) kann dem vorbeugen. Für zusätzlich frischen Atem kann man übrigens etwas Zitrone ins Wasser geben.

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2. Kräuter

Nicht umsonst ist Kaugummi oft mit Minzgeschmack versehen - im Kampf gegen Mundgeruch sind Kräuter nämlich besonders effektiv. Statt Kaugummis kann man deshalb auch gleich zu Pfefferminze, Petersilie, Salbei und Co. greifen. Die frischen Kräuter sollten zehn Minuten lang gekaut werden – et voilà! Der Atem ist gerettet. Wieso genau das hilft, ist nicht sicher, allerdings wird vermutet, dass das Chlorophyll in den Kräutern die unangenehmen Geruchsstoffe beseitigt.

 

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3. Schwarzer Tee

Wissenschaftler am College of Dentistry der University of Illinois in Chicago sind sich sicher, dass schwarzer Tee effektiv Mundgeruch beseitigen kann. Das beliebte Heißgetränk steckt nämlich voller Polyphenole und sekundärer Pflanzenstoffe, die das Bakterienwachstum im Mundraum mindern. Ekel-Atem hat da kaum noch Chance!

 

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4. Die richtige Hygiene

Zweimal tägliches Zähneputzen ist ein Muss, wenn man sich nicht für seinen Atem schämen möchte. Zu einer optimalen Zahnpflege gehören allerdings auch noch andere Pflegemittel: In deiner Handtasche sollte sich beispielsweise stets etwas Zahnseide befinden – so kannst du nach jeder Mahlzeit die Zahnzwischenräume reinigen. Sammeln sich dort nämlich zu viele Bakterien, hat Mundgeruch ein leichtes Spiel. Dasselbe gilt für deine Zunge. Damit die Beläge nicht für unangenehme Aromen sorgen, ist es empfehlenswert, sie mit einer Zahnbürste oder einem speziellen Zungenreiniger loszuwerden.

 

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5. Gesunde Ernährung

Nicht nur eine gründliche Zahnpflege ist wichtig, um das Problem Mundgeruch aus der Welt zu schaffen, auch das, was du isst, wirkt sich nachhaltig auf deinen Atem aus. Durch eine falsche Ernährung (zum Beispiel zu viel Zucker, Alkohol oder Kaffee) kommt das Gleichgewicht der Mundhöhle schnell durcheinander und Mundgeruch erregende Bakterien gewinnen Überhand. Wer viel Obst und Gemüse zu sich nimmt, der versorgt seinen Körper indes mit den nötigen Nährstoffen, die sich positiv auf die Mundflora auswirken. Auch die Milchsäurebakterien in Naturjoghurt (zuckerfrei!) wirken angeblich Wunder, wenn es um schlechten Atem geht. Die aktiven Bakterienkulturen helfen gegen Zahnfleischentzündungen und senken außerdem den Schwefelwasserstoffgehalt in der Mundhöhle und beugen so Mundgeruch vor.

 

Mythen und Fakten über Mundgeruch

Was führt zu Mundgeruch: bestimmte Lebensmittel? Falsches Zähneputzen? Wir klären einige Missverständnisse darüber auf, wie schlechter Atem entsteht.

Hilft eine Mundspülung?

Viele Menschen sind überzeugt, dass sie ihren Mundgeruch mit Mundwasser oder einer speziellen Spülung beseitigen können. Falsch! Der frische Duft überdeckt das Problem nur kurze Zeit, aber er ersetzt nicht eine gründliche Reinigung. Du kannst es mit der morgendlichen Dusche vergleichen – wenn du morgens darauf verzichtest und dich ungewaschen mit Deo oder Parfum eindieselst, kommt der Körpergeruch auch bald wieder durch. Die meisten Gerüche entstehen in den Zahnzwischenräumen, und dort nehmen viele es eben nicht so genau. Die Zahnbürste kommt dort nur teilweise hin – ob du nun Interdentalbürstchen, Zahnseide oder Holzstäbchen bevorzugst, die tägliche Reinigung zwischen den Zähnen solltest du nicht nur deinem Zahnarzt zuliebe durchführen.

 

Kann man den eigenen schlechten Atem riechen?

Leider nein, auch wenn man noch so gewissenhaft die gewölbte Handfläche anhaucht, um das zu checken. In den allermeisten Fällen merkt man selbst nicht, ob der eigene Mundgeruch gerade okay ist oder nicht. Wie bei einem Parfum, das man jahrelang benutzt, gewöhnt man sich auch so sehr an die eigenen Körpergerüche, dass man sie meist nicht wahrnehmen kann. Doch wie findet man es nun heraus? Frag jemanden, dem du wirklich vertraust.

Umgekehrt solltest du dir nahestehenden Personen auch sagen, wenn sie aus dem Mund riechen – sie wissen es vermutlich selbst nicht und du tust ihnen damit einen großen Gefallen. Wenn du gerade niemanden fragen kannst, leck die Innenseite deines Handgelenks ab und schnüffle nach zehn Sekunden an der Stelle, das gibt dir einen Hinweis.

 

Machen bestimmte Speisen und Getränke schlechten Atem?

Wenn du bei bester Gesundheit bist, sollte dein Körper in der Lage sein, viele Aromen zu neutralisieren und den Mund mittels Speichelflüssigkeit zu reinigen. Kaffee ist jedoch zum Beispiel ein Lebensmittel, das man länger im Atem riecht. Wenn du also mit deinem Coffee to go auf dem Weg zur Arbeit auf Nummer sicher gehen willst, trink ihn durch einen Strohhalm. Sieht komisch aus, hilft aber, den Kaffeegeruch schneller verfliegen zu lassen. Wenn dein Mundgeruch einzig von Speisen und Getränken herrührt, deine Zahnzwischenräume aber okay sind, verhilft zuckerfreies Kaugummi und alkoholfreies Mundwasser schnell zu einem frischen Atem.

 

Zähne putzen, vor oder nach dem Frühstück?

Viele denken, dass es für die Zahnhygiene optimal ist, die Zähne nach dem Frühstück gründlich zu bürsten. Das ist jedoch riskant, weil unser Frühstück oft säurehaltig ist, ganz besonders, wenn man auf frisch gepressten O-Saft oder fruchtige Smoothies steht. Säurehaltige Speisen weichen vorübergehend den Zahnschmelz auf, sodass du ihm beim Bürsten Schäden zuführen kannst.

Reinige die Zähne daher gleich nach dem Aufstehen, vor dem Frühstück.

Wenn du möchtest, kannst du sie dann nach dem Frühstück mit einer kurzen Mundspülung erfrischen. Abends bürstest du sie am besten etwa eine Stunde nach dem Abendessen. Übrigens sind etwa 80 Prozent der Mundgeruchprobleme auf schlechte Mundhygiene zurückzuführen. Zähne bürsten, Zahnzwischenräume reinigen und auch die Zunge nicht vergessen – sie ist mit feinen Härchen bedeckt, in denen einiges hängenbleibt, was für Mundgeruch sorgen kann. Die Zunge kannst du entweder mit der Zahnbürste oder aber mit einem speziellen Zungenschaber reinigen.

 

Schlechter Atem aus dem Magen?

Nur in seltenen Fällen entsteht Mundgeruch, weil mit dem Magen etwas nicht stimmt, beispielsweise, wenn man unter Reflux leidet. Falls die Zähneselbst nicht die Verursacher sind, kommen üble Gerüche häufiger von einer tropfenden Nase, die für einen Rückfluss in den Rachenraum sorgt und dort Mundgeruch verursacht. Zahnfleischerkrankungen und -entzündungen sind ein weiterer und besonders häufiger Auslöser von üblen Gerüchen. Wenn du beim Zähneputzen Blutspuren im Zahnpastaschaum entdeckst, ist mit dem Zahnfleisch etwas nicht in Ordnung uns du solltest auf mehr Hygiene achten. Bringt das keine Verbesserung, solltest du deinen Zahnarzt aufsuchen.